23. Mai 2016

Doppelter Podesterfolg auf dem Red Bull Ring in Österreich

Ereignisreiches Wochenende auf dem Red Bull Ring für Maximilian Günther in der FIA Formel-3-Europameisterschaft. Auf der Formel-1-Rennstrecke in Spielberg erzielte der 18-Jährige zwei Podestplätze in den drei Rennen. Neben seinen zwei Siegen kommt Günther damit auf insgesamt fünf Podiumsplatzierungen aus zwölf Rennen in der laufenden Saison. In der Gesamtwertung belegt der Youngster des italienischen Rennstalls Prema Powerteam den dritten Platz mit 123 Punkten. Der Rückstand auf Platz zwei beträgt nur fünf Zähler.

Max, das Wochenende begann stark mit deinem Podesterfolg im ersten Rennen. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis?
Ich erwischte von Platz zwei einen guten Start und konnte die Führung übernehmen. Allerdings hatte ich relativ früh im Rennen mit Bremsproblemen zu kämpfen. Das hat meinen Speed beeinträchtigt und ich fiel zunächst auf den vierten Platz zurück. Ich musste meinen Fahrstil anpassen, etwa durch eine veränderte Bremsbalance. Das funktionierte gut, und ich konnte mich auf die dritte Position verbessern. Mehr als Platz drei war unter diesen Umständen nicht möglich. Das war etwas schade, denn vom Grundspeed her war ich voll bei der Musik und hätte gewinnen können. Im zweiten Rennen am Samstag bin ich von Platz sieben gestartet und überquerte die Ziellinie als Sechster. Das entsprach nicht unseren Erwartungen, aber am Ende kann jeder Punkt entscheidend sein.

Im dritten Rennen am Sonntag hast du deinen fünften Podestplatz in dieser Saison eingesammelt. Wie lief deine spektakuläre Aufholjagd von Platz sieben?
Ich kam sofort gut ins Rennen und konnte mich in der ersten Runde vom siebten bis auf den fünften Platz nach vorne kämpfen. Beim Re-Start nach der Safety-Car-Phase wurde es dann richtig spannend. Ich habe mich vor den beiden Fahrern vor mir in eine optimale Position gebracht und zog auf der langen Gerade an ihnen vorbei. Mir gelang es, mich schnell zu lösen und einen komfortablen Vorsprung von mehreren Sekunden herauszufahren. Ich konnte die Pace auf meine Verfolger gut kontrollieren. Am Ende fehlte aber die Zeit, um das Duo an der Spitze anzugreifen. Platz drei habe ich dann sicher nach Hause gefahren. In diesem Rennen habe ich das Maximum herausgeholt. Danke an dieser Stelle an mein Team für das tolle Auto, die Jungs haben wieder mal tolle Arbeit geleistet.

Mit bislang fünf Pole Positions bist du der erfolgreichste Fahrer im Qualifying diese Saison. Auf dem Red Bull Ring warst du auf bestem Wege zur sechsten Pole…
Das erste Qualifying lief sehr gut und ich erzielte die Bestzeit zur Pole Position. Einige Zeit nach dem Qualifying gab es Diskussionen wegen einer Gelbphase. Mir wurde schließlich die schnellste Rundenzeit aberkannt und ich fiel auf Platz zwei zurück. In dieser Situation war ich wohl einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. Klar ärgert es mich, weil ich im Endeffekt ja die schnellste Zeit gefahren war. Im zweiten Qualifying herrschte starker Verkehr auf der Strecke und es war schwierig, eine freie Runde zu erwischen. Ich wurde häufig durch langsamere Autos eingebremst und musste mich mit zwei siebten Startplätzen zufriedengeben.

Als nächstes steht mit dem Norisring in Nürnberg das Highlight des Jahres an. Dort gelang dir 2015 dein erster Sieg in der Formel 3. Was bedeutet das für die Rückkehr in dieser Saison?
Es wird für mich wieder ein ganz besonderes Wochenende, weil der Norisring meine Heimstrecke ist. Aus dem Allgäu habe ich nur eine kurze Anreise nach Nürnberg. Die Strecke ist sehr kurz, eng und hat wenige Kurven. Da muss wirklich alles perfekt passen. Es gilt, jede Kurve bis ins letzte Detail sauber zu durchfahren. Der Norisring ist eine spezielle Herausforderung, die mir letztes Jahr eine Menge Spaß gemacht hat. Jetzt mit den Jungs von Prema zurückzukehren, ist ein unglaubliches Gefühl.

2015 bist du nach deinem Norisring-Sieg in voller Montur in den nahe gelegenen Dutzendteich gesprungen. Was ist diesmal geplant, falls du erneut ein Rennen gewinnst?  
Letztes Jahr habe ich mit der Aktion eine Wette mit meinem Ingenieur eingelöst. Wettschulden sind schließlich Ehrenschulden. Ich hätte überhaupt kein Problem damit, auch dieses Jahr wieder in den Dutzendteich zu springen. Aber es kommt natürlich auf die Wette an, die ich diesmal mit dem Team abschließen werde. Lasst euch überraschen, wenn es wieder mit einem Sieg klappen sollte…