13. Juli 2015

Drittbester Rookie beim zweiten Rennen in Zandvoort

Weiteres Rookie-Podium für Maximilian Günther

Siebtes Rennwochenende in der FIA Formel-3-Europameisterschaft für Maximilian Günther und Mücke Motorsport in Zandvoort. Nach dem sensationellen Sieg am Norisring taten sich Maxi und das Team nicht leicht beim Gastspiel in den Niederlanden. Im zweiten Rennen fuhr das deutsche Toptalent auf das Rookie-Podest und sammelte mit Platz sieben wichtige Punkte für die Meisterschaft. In der Rookie-Gesamtwertung belegt der 18-Jährige den vierten Rang.

Maximilian, mit Platz sieben im zweiten Rennen hast du weitere wichtige Punkte erkämpft und warst drittbester Rookie. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis?
Ich denke, dass wir das Beste aus dem Auto herausgeholt haben. Platz sieben ist in Ordnung, kann nach meinen bisherigen Ergebnissen aber nicht mehr der Anspruch sein. Mit Blick auf die Rookie-Meisterschaft ist allerdings jeder Punktgewinn wichtig. Für unser Team war es nicht einfach in Zandvoort. Mit insgesamt sechs erzielten Punkten war ich der erfolgreichste aller Mücke Motorsport-Piloten.

Das hat man im Qualifying gesehen. Normalerweise gehörst du auf einer schnellen Runde zu den besten Fahrern des gesamten Feldes. In Zandvoort musstest du jedoch kämpfen.
Vom 10. beziehungsweise 13. Startplatz ist es sowieso schon schwierig, weit nach vorne zu fahren. In Zandvoort umso mehr, weil Überholmanöver wegen des Strecken-Layouts kaum möglich sind. Wir hatten am Wochenende Schwierigkeiten mit der Balance, was sich auf den Speed unseres Autos auswirkte. Das war schade, denn wir haben das Potenzial für wesentlich bessere Ergebnisse. Das hat nicht zuletzt mein Sieg beim vergangenen Rennwochenende auf dem Norisring gezeigt.

Im ersten und dritten Rennen hattest du weitere Schwierigkeiten, für die du nichts konntest…
Ja, im ersten Rennen wurde mein Frontflügel beim Getümmel in der Startphase beschädigt. Diese unverschuldete Kollision kostete mich einige Plätze und die Performance meines Autos war beeinträchtigt. Ich musste mir einen neuen Frontflügel an der Box abholen, damit war das Rennen eigentlich schon gelaufen. Das war ärgerlich, denn ich hatte gute Chancen auf Punkte. Nach dem Tausch des Frontflügels war mein Speed wieder gut und hätte wohl für einen Platz in den Top-10 gereicht. Im dritten Rennen am Sonntag hatte ich eine neue Kupplung im Auto. Beim Start kam ich nicht gut vom Fleck und verlor zunächst einen Platz, machte im weiteren Verlauf aber drei Positionen gut. Mehr war leider nicht drin, weil ich hinter anderen Autos festhing.

Im dritten Rennen fehlte wegen einiger Safety-Car-Phasen außerdem die Zeit für weitere Positionsgewinne. Wie bewertest du die vielen Safety-Car-Phasen in dieser Saison als Fahrer?
Es stimmt, dieses Jahr gab es schon einige Unfälle. Ich denke, das liegt vor allem an der Größe des Starterfeldes. 34 Autos auf der Strecke sind eine Menge, und das Risiko für Kollisionen steigt. Ich denke nicht, dass die Autos zu schnell sind für den einen oder anderen Fahrer. Hier sind sehr viele talentierte und auch erfahrene Piloten am Start. Die Formel-3-Europameisterschaft wird nicht umsonst häufig als stärkste Nachwuchsserie der Welt bezeichnet.

Was war abseits der Strecke in Zandvoort los am Wochenende?
Es ist toll, dass wir im Rahmen der DTM vor großer Zuschauerkulisse fahren und uns präsentieren können. Inzwischen kenne ich einige der DTM-Piloten und unterhalte mich mit ihnen. Ich habe mich auch gefreut, Manuel Reuter in Zandvoort getroffen zu haben. Manuel gehört zu den bekanntesten Rennfahrern in Deutschland und ist einer meiner Juroren in der Deutsche Post Speed Academy. Ich bin froh, dass ich die Chance habe, mir von solch erfolgreichen Piloten Tipps holen zu können. Davon konnte ich schon einige Male auf meinem bisherigen Weg im Motorsport profitieren. Außerdem fand ich es cool, dass Manuel für n-tv unsere Formel-3-Rennen live im Fernsehen kommentiert hat.

In zwei Wochen steht das achte Rennwochenende der Saison in Österreich (31.07.-02.08.) an. Was rechnest du dir auf dem Red Bull Ring aus?
Ich mag den Red Bull Ring, das ist eine sehr spezielle Strecke. In den vergangenen beiden Jahren bin ich im ADAC Formel Masters dort mehrmals auf das Podium gefahren. Hoffentlich gelingt mir das nun auch im Formel-3-Auto. Mit dem Kurs kam ich immer gut zurecht, deshalb rechne ich mir gute Ergebnisse in den drei Rennen aus. Der Red Bull Ring ähnelt Hockenheim, und da waren wir ziemlich stark. Ich bin sicher, dass es für uns besser laufen wird als in Zandvoort.

Foto: Mario Bartkowiak