4. April 2016

Sieg beim Saisonauftakt in Le Castellet

Kampf bis zur letzten Kurve

Maximilian Günther gelang ein Auftakt nach Maß zum Start in die neue Saison der FIA Formel-3-Europameisterschaft. Der einzige deutsche Fahrer im aktuellen Teilnehmerfeld gewann das Sonntagsrennen im französischen Le Castellet. In einem bis zum Fallen der Zielflagge spannenden Rennen setzte sich Günther durch und münzte die Pole Position in seinen insgesamt zweiten Sieg in der stärksten Nachwuchsserie der Welt um.

Zuvor sicherte sich der Prema Powerteam-Fahrer seine ersten beiden Pole Positions in der Formel 3. Im Auftaktrennen auf dem Circuit Paul Ricard verbesserte sich Günther um drei Positionen und belegte den fünften Platz. Beim zweiten Lauf schied der 18-Jährige von der Pole nach einer unverschuldeten Kollision in der ersten Runde aus. Günther beendet das erste Rennwochenende der Saison als geteilter Gesamtzweiter in der Meisterschaft.

Max, für deinen Sieg am Sonntag musstest du bis zur letzten Kurve kämpfen. Wie fühlte sich das in deinem Rennauto an?
Zunächst einmal vielen Dank an Prema für das tolle Auto! Das Rennen war wirklich unheimlich spannend. Ich erwischte einen super Start von der Pole Position und konnte mir zunächst einen Vorsprung von gut einer Sekunde erarbeiten. In der vierten Runde löste sich jedoch ein Seitenkastenflügel an meinem Auto und bremste mich etwas ein. Dadurch kam mein Teamkollege Nick Cassidy bis auf wenige Zehntel an mich heran. In der letzten Kurve versuchte er ein Überholmanöver und ging dabei hart zur Sache. Ich konnte dagegenhalten und die Führung auf den letzten Metern bis ins Ziel verteidigen. Es war sehr wichtig für mich, gleich am ersten Rennwochenende zu gewinnen. Das verschafft mir eine gute Ausgangslage für den weiteren Verlauf der Saison.

Dein Auftakt in die neue Formel-3-Saison hätte mit zwei Pole Positions kaum besser verlaufen können. Hättest du damit gerechnet, so schnell den nötigen Speed zu haben?
Für eine Pole muss in dieser eng umkämpften Serie natürlich alles perfekt laufen. Dass ich gleich zweimal die schnellste Runde fahren konnte, war einfach großartig. Schon in den Trainings fühlte ich mich sehr wohl im Auto und erzielte dort ebenfalls die Bestzeit. In der Formel 3 ist es besonders wichtig, möglichst weit vorne im Feld zu starten. Überholmanöver sind nicht einfach, weil die Autos sehr viel Downforce erzeugen. An der Spitze sind die Rundenzeiten meist auf ähnlichem Niveau. Das hat man im ersten Rennen gesehen, als ich nach einem super Start direkt auf Platz fünf nach vorne fuhr. Ich konnte in der Folge zwar den Speed der Führenden mitgehen, kam aber einfach nicht an meinem Vordermann vorbei, ohne dabei zu viel zu riskieren.

Was genau passierte beim zweiten Rennen, in dem du ebenfalls von der Pole gestartet warst?
Leider kam ich beim Start nicht gut vom Fleck und verlor dabei ein paar Positionen. Auf dem Weg in die erste Kurve wurde ich dann von einem anderen Fahrer getroffen und verlor deshalb die Kontrolle über mein Auto. In die Kollision waren einige Autos verwickelt und ich hatte überhaupt keine Chance, dem Chaos zu entgehen. Damit war das Rennen für mich schon in Runde eins gelaufen. Das war natürlich sehr ärgerlich, weil wesentlich mehr drin gewesen wäre. Wir haben das Problem beim Start bereits analysiert und stellen sicher, dass sich so etwas nicht wiederholen wird.

Das zweite Rennwochenende findet auf dem Hungaroring in Ungarn statt. Was erwartest du dir für die Rennen auf der berühmten Formel-1-Strecke?
Der Hungaroring hat eine große Tradition im Motorsport. Ich erinnere mich an viele spannende Formel-1-Rennen, die ich mir schon als Kind im Fernsehen angeschaut habe. Es ist ein tolles Gefühl, jetzt selber auf dieser Strecke Gas zu geben. Budapest wird eine neue Herausforderung für mich, dort bin ich noch nie zuvor gefahren. Ich bin aber sicher, dass wir uns gemeinsam mit dem Team bestmöglich vorbereiten werden. Der Hungaroring ist ein sehr schneller Kurs mit einigen engen Kurven. Allzu viele Überholmöglichkeiten gibt es nicht, weshalb das Qualifying einer der Schlüsselfaktoren am Wochenende ist. Nach dem guten Auftakt in Le Castellet denke ich, dass wir erneut vorne mitmischen können.

Foto: Mario Bartkowiak