Gemischtes Wetter Brachte Gemischte Ergebnisse In Tokio

Maximilian war auf dem besten Weg zu einem sehr erfolgreichen Wochenende in Tokio. Dank einer klugen Strategie und perfekter Taktik schienen Top 5 Platzierungen in beiden Rennen möglich. Technische Probleme und das unglückliche Timing einer roten Flagge verhinderten jedoch ein besseres Punkteergebnis, trotz eines fehlerfreien Wochenendes.

Bereits in den freien Trainings zeigte sich der DS PENSKE konkurrenzfähig und Maximilian wussten früh, dass sie an diesem Wochenende das Potenzial hatten, ein starkes Ergebnis einzufahren. Den Einzug in die Qualifying Duelle verpasste er nur um den Bruchteil einer Sekunde. Mit einem Startplatz in den Top Ten war klar, dass von dort aus ein starkes Rennen und die ersten großen Punkte der Saison möglich waren.

Im Rennen setzte Maximilian Strategie und Taktik für das erste Nachtrennen auf den Straßen von Tokio perfekt um und brachte sich in eine aussichtsreiche Position für das Pit-Boost-Fenster. Virtuell lag er auf Rang vier. Nun ging es lediglich darum, den einzigen Attack Mode zum optimalen Zeitpunkt einzusetzen und den zusätzlichen Leistungsvorteil in einen Top 4 Platz und zwölf hart erkämpfte Meisterschaftspunkte umzusetzen.

Doch das Glück war an diesem Wochenende nicht auf Maximilians Seite. In der Schlussphase des Rennens fiel sein Lenkrad komplett aus. Da Formel E Piloten über das Lenkrad sämtliche Informationen zur Energieverwaltung und Datenkommunikation mit dem Team erhalten, war dies ein massives Problem. Maximilian wusste weder wieviel Energie ihm noch zur Verfügung stand, noch ob seine Fahrweise ausreichen würde, um das Ziel überhaupt zu erreichen. Trotzdem gelang es ihm auf beeindruckende Weise seinen DS E-TENSE über die Ziellinie zu bringen und das Rennen zu beenden. Punkte gab es dafür zwar nicht, doch angesichts der Tatsache, dass er die letzten Runden praktisch „blind“ fahren musste, war dies eine außergewöhnliche Leistung.

Der Sonntag brachte Regen und damit die Absage des dritten Freien Trainings. Somit gingen alle Teams mit vielen Unbekannten in das Qualifying. Gleichzeitig stellte sich die Frage, ob man im Rennen auf ein Trocken-Setup setzen sollte, in Erwartung einer abtrocknenden Strecke, oder auf ein Regen-Setup, um die aktuellen Bedingungen optimal auszunutzen.

Maximilian und DS PENSKE entschieden sich für Reifendrücke, welche auf trockene Bedingungen ausgelegt waren. Das bedeutete zwar einen Nachteil zum Rennstart, passte jedoch perfekt zur Rennstrategie, sollte die Strecke abtrocken. Von Startplatz 15 wusste Maximilian, dass die Anfangsphase schwierig werden würde, war sich aber gleichzeitig sicher, dass ihm die Bedingungen mit zunehmender Trockenheit der Strecke entgegenkommen würden. Genau dann sollte sich das Trocken-Setup des DS PENSKE auszahlen.

Die Strategie ging perfekt auf. Während die Spitzengruppe zunehmend Energie sparen musste, verfügte Maximilian noch über acht Minuten Attack Mode und profitierte von den trockener werdenden Streckenverhältnissen, welche seinem Setup entgegenkamen. Innerhalb kürzester Zeit arbeitete er sich von Platz 17 auf Platz 9 nach vorne und hatte bereits eine Top-6-Platzierung im Visier, als er fünf Runden vor Schluss seinen letzten vierminütigen Attack Mode aktivierte.

Ein Zwischenfall hinter ihm führte jedoch zu einer roten Flagge, wodurch ihm die letzten zwei Minuten seines Attack Modes verloren gingen. Ohne den zusätzlichen Leistungsschub und mit nur einer einzigen Runde unter grüner Flagge nach dem Neustart konnte Maximilian die Fahrer vor ihm nicht mehr angreifen. Auf der Strecke wurde er Zehnter und rückte nach einer Strafe gegen einen Konkurrenten noch auf Platz neun vor.

Das Finale der Saison 12 findet nun in London statt. Angesichts der starken Pace, die der DS E-TENSE FE25 in den vergangenen Rennen gezeigt hat, auch wenn diese bislang nicht immer in entsprechende Punkte umgemünzt werden konnte, reist Maximilian mit Zuversicht zum Saisonabschluss und hofft auf ein starkes Ergebnis.

Ergebnisse

Freies Training 1 – P2, 1:13,332
Freies Training 2 – P7, 1:13,015
Qualifying – P10 (Gruppe B, P5, 1:13,960)
Rennen – P5

Freies Training 3 – Abgesagt
Qualifying – P15 (Gruppe B, P8, 1:14,865)
Rennen – P9

Meisterschaftsstand – P18 (23 Punkte)

Maximilian Günther

„Ich habe das Racing in Tokio sehr genossen, dort zu fahren ist immer etwas Besonderes. Leider sollte es an diesem Wochenende nicht sein, denn wir konnten eine starke Strategie und gute Umsetzung nicht in die Punkteausbeute verwandeln, die eigentlich möglich gewesen wäre. Ein technischer Defekt am Samstag kostete uns ein Top 5 Ergebnis, und am Sonntag begrenzte das Timing der roten Flagge meine Möglichkeiten im zweiten Rennen.

Der Samstag war bis zum Pit Boost Fenster ein großartiges Rennen. Wir waren praktisch auf Kurs für Platz vier. Die erste Rennhälfte verlief hervorragend, unsere Strategie mit dem Undercut funktionierte perfekt, wir machten viele Positionen gut und lagen realistisch auf Rang vier. Dann trat leider ein Problem mit dem Lenkrad auf, es funktionierte plötzlich nicht mehr. Die Energieverwaltung fiel komplett aus, es gab keine Signaltöne mehr, keine LEDs, keine Energieziele – ich war praktisch völlig blind unterwegs. Dass wir das Rennen überhaupt beendet haben, war fast schon ein Wunder. Der technische Defekt hat unser Rennen komplett zerstört. Das war eine riesige Enttäuschung und eine verpasste Chance auf ein sehr starkes Ergebnis.

Der Sonntag war mit den Reifendrücken ein echtes Risiko. Wegen des wechselhaften Wetters entschieden wir uns für nahezu trockene Reifendrücke, da wir davon ausgingen, dass der Regen nachlassen und dieses Setup im weiteren Rennverlauf optimal sein würde. Zu Beginn war die Strecke allerdings komplett nass. Deshalb ging es zunächst vor allem darum, das Auto auf der Strecke zu halten, anstatt aktiv Positionen gutzumachen. Wir hofften darauf, dass uns die Strecke mit zunehmender Trockenheit entgegenkommen würde.

Etwa zur Rennhälfte wurden wir dann richtig schnell und konnten die Spitze deutlich einholen. Uns war klar, dass die Schlussphase entscheidend werden würde. Deshalb nahmen wir unsere Attack Modes so spät wie möglich, um die trockener werdende Strecke und die gewählten Reifendrücke optimal auszunutzen. Wir machten alles richtig und konnten in kurzer Zeit viele Positionen gutmachen, von Platz 17 auf Platz 9. Mit noch zweieinhalb Runden und genau dem optimalen Zeitfenster für unser Setup wusste ich, dass noch einige Plätze möglich gewesen wären und ein sehr starkes Punkteergebnis in Reichweite lag.

Leider wurde genau in meinem zweiten Attack Mode die rote Flagge gezeigt. Dadurch verlor ich meinen Leistungsvorteil gegenüber den Fahrern vor mir, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Energiesparmodus befanden. Wieder einmal sehr schade und extrem unglücklich – aber so ist Motorsport manchmal. Immerhin konnten wir als Neunter noch einige Punkte mitnehmen. Am Sonntag fehlte uns letztlich das nötige Momentum, und der Samstag war besonders bitter, weil der Punkteverlust ausschließlich auf einen technischen Defekt zurückzuführen war und komplett außerhalb meiner Kontrolle lag.

Ich möchte außerdem erwähnen, dass es großartig zu sehen war, wie stark Citroën an einem Wochenende aufgetreten ist, welches nach den traurigen Nachrichten über Cyril für uns alle emotional sehr schwierig war. Es war schön, dass sie mit ihrem großartigen Ergebnis auf ihre Weise für Cyril gefahren sind. Natürlich hätte ich selbst ebenfalls gerne ein starkes Wochenende gehabt, um Cyril auf meine Art zu ehren. Leider sollte es dieses Mal nicht sein. Umso schöner war es zu sehen, wie sein Team ihn mit einem hart erkämpften Podium würdigte.

Nun steht mit London das Finale der Saison 12 bevor. Ich werde alles daransetzen, die Saison mit einem starken Ergebnis abzuschließen und mit viel Schwung in die Winterpause zu gehen. Wir wissen, dass das Potenzial des DS E-TENSE FE25 vorhanden ist und wir bei Strategie und Rennumsetzung auf dem richtigen Weg sind. Jetzt brauchen wir nur noch etwas mehr Glück, damit sich dieses Potenzial endlich auch in einem wirklich starken Punkteergebnis widerspiegelt.“