Starke Leistungen Von Maximilian Günther Zum Abschluss Der Fia-Formel-E-Weltmeisterschaft Saison 12 Beim London E-Prix-Doppelrennen
Für Maximilian Günther endete die FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft 2025/26 mit zwei Rennen in London, die trotz hervorragender Strategie, starkem Energiemanagement und guter Rennpace nicht mit weiteren Meisterschaftspunkten belohnt wurden. Technische Probleme und Fahrzeugschäden warfen ihn an beiden Renntagen früh zurück. Seine Aufholjagden im Verlauf der Rennen zeigten jedoch eindrucksvoll das Potenzial, das in dieser Saison immer wieder sichtbar war, aber nie vollständig ausgeschöpft werden konnte.
Der Samstag begann alles andere als ideal. Ein leichter Kontakt mit der Mauer während seiner Outlap im Qualifying bedeutete das vorzeitige Ende seiner Session. Dadurch musste er das Rennen von Startplatz 19 aufnehmen und hatte viel Arbeit vor sich, um noch in die Punkteränge vorzustoßen. Angesichts der begrenzten Überholmöglichkeiten auf dem ExCeL-London-Kurs war klar, dass die Strategie eine entscheidende Rolle spielen würde.
Zusammen mit DS PENSKE entschied sich Maximilian im Pit-Boost-Rennen dafür, zu Beginn Energie zu sparen, um später mittels Pit Boost und Attack Mode Plätze gutzumachen. Als einer der letzten Fahrer absolvierte er seinen Pflichtboxenstopp, und die Strategie entwickelte sich vielversprechend. Er verfügte über genügend Energie, um zum Rennende hin anzugreifen.
Mit mehreren beeindruckenden Überholmanövern kämpfte er sich wieder nach vorne. Doch die Neutralisationsphase, die seiner Strategie eigentlich perfekt in die Karten spielte, kam letztlich zum ungünstigen Zeitpunkt. Da Teamkollege Taylor Barnard dieselbe Strategie verfolgte und das Team jeweils nur ein Auto gleichzeitig zum Pit Boost hereinholen konnte, erhielt Barnard als besser platzierter Fahrer Priorität. Dadurch konnte Maximilian den Vorteil des Full-Course-Yellow nicht nutzen. Trotz aller Bemühungen nach seinem Stopp reichte es am Ende nur zu Platz 12.
Dennoch zeigte das Rennen, dass das Gesamtpaket konkurrenzfähig war. Sollte er am Sonntag von technischen Problemen oder Schäden verschont bleiben, schien ein positiver Saisonabschluss möglich.
Bereits im dritten Freien Training bestätigte sich diese Einschätzung. Maximilian zeigte starke Pace und ging mit viel Selbstvertrauen ins Qualifying. Allerdings führte ein sportlicher Regelverstoß im Training zu einer Startplatzstrafe von drei Positionen für das Rennen.
Im Qualifying selbst zeigte er eine starke Leistung und kämpfte um den Einzug in die Duellphase. Doch wie so oft in dieser Saison waren die Abstände äußerst gering. Am Ende belegte er Rang sechs in Gruppe B und verpasste die Duelle knapp. Durch die Strafversetzung ging er schließlich von Startplatz 14 ins Rennen.
Ohne Pit Boost, dafür mit zwei Attack Modes, setzte Maximilian erneut auf intelligentes Energiemanagement und hob sich seine Attack Modes für die entscheidenden Rennphasen auf. Doch eine späte Safety-Car-Phase, die Charakteristik des engen Londoner Stadtkurses sowie der höhere Energiebedarf des Sonntagsrennens erschwerten den Vorwärtsdrang zusätzlich. Nach einem engagierten Rennen überquerte er die Ziellinie auf Rang 11 und verpasste damit die Punkte denkbar knapp.
Das Rennen markierte nicht nur das Ende der Formel-E-Ära im ExCeL London, sondern auch das Ende von Maximilians Zusammenarbeit mit DS PENSKE. Mit dem Beginn der Gen4-Ära verlässt DS die Formel E, und nach zwei gemeinsamen Jahren schlägt auch Maximilian ein neues Kapitel auf. Obwohl die Zusammenarbeit erfolgreich war, freut er sich nun auf die kommende Herausforderung und darauf, mit den neuen Gen4-Fahrzeugen wieder an die Spitze des Feldes zurückzukehren.
Maximilian bedankt sich ausdrücklich bei allen Teammitgliedern für ihren Einsatz, ihre Unterstützung und insbesondere für die engen persönlichen Beziehungen, die in dieser Zeit entstanden sind. Das Kapitel DS PENSKE wird für ihn immer ein besonderer Teil seiner Karriere bleiben.
Die Gen4-Ära und die Saison 13 beginnen später in diesem Jahr. Bis dahin wird sich Maximilian eine kurze Auszeit gönnen, um sich zu erholen, neue Energie zu tanken und optimal vorbereitet in die nächste Meisterschaft zu starten, mit dem klaren Ziel, um den Titel mitzukämpfen.
Ergebnisse
Samstag
Freies Training 1: P17 (1:09,310)
Freies Training 2: P11 (1:07,999)
Qualifying: P20 (Gruppe B, P10, 1:15,347)
Startplatz: P19
Rennen: P12
Sonntag
Freies Training 3: P7 (1:07,509)
Qualifying: P12 (Gruppe B, P6, 1:08,704)
Startplatz: P14
Rennen: P11
Meisterschaft
Endstand: P18 (23 Punkte)
Maximilian Günther
„Es war ein schwieriges Wochenende, denn obwohl ich gut gefahren bin, diese Strecke liebe und dort eigentlich immer stark performe, konnte ich keine Punkte mitnehmen. Dabei waren Punkte definitiv möglich.
Für Rennen 1 habe ich beim Herausbeschleunigen aus Kurve 13 durch eine Berührung mit der Mauer die Aufhängung hinten links beschädigt. Das war besonders ärgerlich, weil die Runde bis dahin extrem stark war. Es war enttäuschend, das Auto mit diesem Potenzial nicht mehr richtig einsetzen zu können.
Trotzdem haben wir uns von Platz 19 bis auf Platz 12 vorgearbeitet. Da wäre aber deutlich mehr möglich gewesen. Unsere Strategie war perfekt darauf ausgelegt, das Pit-Boost-Fenster hinauszuzögern und auf ein Safety Car oder Full-Course-Yellow zu hoffen. Mit unserer guten Energiebilanz hätten wir dann um viele Punkte kämpfen können.
Genau das ist auch passiert. Das Full-Course-Yellow kam zum richtigen Zeitpunkt. Leider waren Taylor und ich auf derselben Strategie unterwegs und konnten nicht gleichzeitig zum Stopp kommen. Da Taylor vor mir lag, bekam er die Priorität. Dadurch konnte ich das Glück, das uns eigentlich in die Karten spielte, nicht optimal nutzen.
Über Nacht haben wir einige Änderungen vorgenommen und ich fühlte mich für das letzte Saisonrennen deutlich wohler im Auto. Das Qualifying war solide, aber ich bekam nicht alle Faktoren perfekt zusammen und verpasste die Duelle knapp. Trotz der Verbesserungen fehlte noch etwas zwischen mir und dem DS E-TENSE FE25.
London ist eine schwierige Strecke. Wenn man aus dem Mittelfeld oder noch weiter hinten startet, wird das Rennen schnell kompliziert. Wir haben alles versucht, um nach vorne zu kommen und die Attack Modes optimal einzusetzen. Zur Rennmitte konnten wir einige Plätze gutmachen, aber unser Energiestatus war nicht ideal. Am Ende habe ich hart gekämpft und weitere Positionen gewonnen, aber Platz 11 war das Maximum.
Es war eine harte und schwierige Saison, aber ich kann mir nichts vorwerfen. Wir hatten einige grundsätzliche Einschränkungen am Paket, die die Saison sehr anspruchsvoll machten. Das gesamte Team bei DS PENSKE hat jedoch alles gegeben, um das Maximum herauszuholen.
Es war eine Saison, in der wir oft knapp außerhalb der Punkte lagen. Viele elfte Plätze und nur selten Ergebnisse weiter vorne in den Top Ten. Manchmal gibt es Jahre, in denen einfach nicht mehr möglich ist.
Natürlich wäre ich gerne häufiger um Podestplätze gefahren oder hätte mehr Punkte gesammelt. Aber ich weiß, dass weder das Team noch ich irgendetwas unversucht gelassen haben. Wenn man wirklich alles gegeben hat, kann man sich nichts vorwerfen.
Wie immer in meiner Karriere kann ich auf diese zwei Jahre mit DS PENSKE zurückblicken und sagen, dass ich als besserer Fahrer daraus hervorgehe. Auch aus Saison 12 nehme ich wertvolle Erfahrungen mit. Ich freue mich sehr auf die Zukunft. Die Gen4-Ära wird unglaublich spannend und ich kann es kaum erwarten, dieses neue Kapitel zu beginnen.“

