Starkes Punkte Comeback für Maximilian Günther in Sanya

Nachdem das Wochenende für Maximilian und DS PENSKE zunächst schwierig begonnen hatte, konnten Fahrer und Team am Ende mit wertvollen Punkten sehr zufrieden sein. Durch eine optimal umgesetzte Energiesparstrategie gelang es ihnen, das Potenzial des Rennens voll auszuschöpfen. Der Fokus auf das Energiemanagement zu Beginn des Rennens brachte Maximilian in die perfekte Ausgangslage, um in der Schlussphase seine Konkurrenten anzugreifen und als Sechster die Ziellinie zu überqueren.

Bei der Rückkehr der FIA Formel E nach Sanya – erstmals seit 2020 – hatte Maximilian von Beginn an mit einer unausgewogenen Fahrzeugbalance zu kämpfen. Ihm war früh klar, dass es ein schwieriges Wochenende werden würde. Da das Gesamtpaket in dieser Saison über eine Runde stärker ist als im Renntrimm, würde es auf die perfekte Strategie ankommen, um weitere Punkte im Kampf um die Meisterschaft zu sammeln.

Das Team arbeitete in den freien Trainings intensiv mit Maximilian an der Abstimmung des Fahrzeugs. Leider fehlte ihm im Qualifying auf dem Stadtkurs von Sanya weiterhin das nötige Vertrauen ins Auto. Er schied bereits in der Gruppenphase aus und qualifizierte sich als 17. für das Rennen.

Aufgrund einer Drei-Plätze-Startstrafe aus Monaco sowie weiterer Strafen für andere Fahrer ging Maximilian schließlich von Platz 19 ins Rennen. Angesichts der bisherigen Leistungsfähigkeit des Pakets lag der Fokus darauf, die Punkteränge zu erreichen.

Von dieser Startposition aus war es logisch, dass sich Maximilian und DS PENSKE für die Energiesparstrategie entschieden – eine bewährte Taktik in der Formel E, bei der ein Fahrer über weite Teile des Rennens Energie spart und seine Position hält, um den Energievorteil in der Schlussphase für Überholmanöver gegen Konkurrenten zu nutzen, die ihren Energieverbrauch bereits ausgereizt haben.

Maximilian setzte diese Strategie hervorragend um. Im Durchschnitt verfügte er über rund zwei Prozent mehr Energie als seine direkten Konkurrenten und hielt gleichzeitig den Abstand zur Spitze unter zehn Sekunden. Dadurch hatte er die bestmögliche Ausgangslage, um in den letzten Rennrunden möglichst viele Positionen gutzumachen.

Eine Safety-Car-Phase spielte Maximilian zusätzlich in die Karten. Während einer Rennunterbrechung mit roter Flagge gewann er drei Positionen und lag beim Neustart auf Platz 14. Allerdings hatte er beim Re-Start aufgrund eines Leistungsproblems einen schlechten Neustart und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Da er jedoch weiterhin über einen Energievorteil verfügte und beide Attack Modes noch zur Verfügung standen, wusste Maximilian, dass weiterhin die Chance bestand, sich deutlich nach vorne zu arbeiten und wichtige Punkte zu sammeln.

Seine Aufholjagd durch das Feld war beeindruckend. Er setzte seine Überholmanöver perfekt und arbeitete sich sauber Position um Position nach vorne. Bereits am Ende seines ersten Attack Mode Fensters lag er in den Punkterängen. Mit dem zweiten Attack Mode stellte sich nur noch die Frage, wie weit er noch nach vorne fahren könnte.

Ohne das Leistungsproblem beim Neustart wäre sogar ein Ergebnis unter den Top Fünf – möglicherweise noch mehr – realistisch gewesen, denn Maximilian und DS PENSKE setzten ihre Strategie nahezu perfekt um.

Mit Platz sechs und zehn wichtigen Meisterschaftspunkten gelang ihnen nach einem schwierigen Wochenende ein hervorragendes Ergebnis.

Dieses Resultat gibt Maximilian und DS PENSKE zusätzlichen Schwung für die abschließende Phase der Meisterschaft. Vor dem nächsten Rennwochenende in Shanghai steht nun eine kurze Pause an. Eine Strecke, die Maximilian sehr mag und auf der er im vergangenen Jahr bereits einen Rennsieg errungen hat.

Ergebnisse

Freies Training 1 – Platz 13, 1:06,422

Freies Training 2 – Platz 14, 1:05,780

Qualifying – Platz 17 (Gruppe B, Platz 9, 1:07,791)

Startposition – Platz 19 (Strafe)

Rennen – Platz 6

Meisterschaftsstand: Platz 16 (18 Punkte)

MAXIMILIAN GÜNTHER

„Aus Sicht der Performance war es ein wirklich schwieriges Wochenende. Uns hat definitiv etwas gefehlt, denn ich hatte im Auto keine Stabilität – besonders in den schnellen, flüssigen Kurven. Dadurch hatte ich nur wenig Vertrauen ins Fahrzeug, obwohl ich in jeder Session versucht habe, das Maximum herauszuholen. Es hat einfach etwas Entscheidendes gefehlt.

Für das Rennen hatten wir einen klaren Plan. Wir wollten jede sich bietende Gelegenheit bestmöglich nutzen. Wir haben ein sehr gutes Rennen gefahren, so viel Energie wie möglich gespart und versucht, unsere beiden Attack Modes möglichst spät einzusetzen. Das war von Anfang an unser Ziel, und gleichzeitig abzuwarten wie sich das Rennen entwickelt. Das haben wir wirklich gut umgesetzt.

Ich hatte etwas Pech, weil ich beim zweiten Neustart bereits auf Platz 14 lag, und mein Auto jedoch kurzzeitig einen Leistungsverlust hatte. Dadurch fiel ich ans Ende des Feldes zurück, was natürlich nicht ideal war.Mit unserem Energievorteil und den beiden Attack Modes konnten wir uns jedoch wieder nach vorne kämpfen. Ich hatte einige starke Überholmanöver und habe meine Angriffe perfekt getimt. Am Ende ist Platz sechs ein sehr gutes Ergebnis für uns. Wir haben das Wochenende trotz aller Schwierigkeiten gut gemeistert. Wir sind unserem Weg treu geblieben, haben an uns geglaubt und das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht. Es ist großartig, in einer schwierigen Saison wieder etwas Momentum auf unsere Seite zu bringen.

Wir wissen, dass wir in diesem Jahr vor allem im Renntrimm kein besonders starkes Paket haben. Deshalb war die Saison bislang nicht einfach. Trotzdem hatten wir einige sehr gute Ergebnisse, auch wenn wir aufgrund verschiedener Umstände – insbesondere strategischer Entscheidungen – nicht immer die Punkte holen konnten, die möglich gewesen wären. Deshalb ist es umso schöner, hier einen Platz unter den ersten Sechs erreicht zu haben.

Noch sechs Rennen stehen aus, und mit diesem positiven Schwung in der Garage wollen wir genau so weitermachen. Ich habe großartige Erinnerungen an Shanghai aus dem vergangenen Jahr. Auch wenn diese Saison anders ist und man die Ergebnisse nicht einfach übertragen kann, mag ich die Strecke sehr und freue mich auf das zweite Asien-Rennen der Saison.“