Doppelte Punkteausbeute in Shanghai

Mit zwei Rennen an einem Wochenende reiste Maximilian Günther zum Shanghai E-Prix mit dem Ziel, weitere wichtige Punkte für die Meisterschaft zu sammeln. Top-10-Platzierungen in beiden Rennen sorgten dafür, auch wenn wechselnde Bedingungen und das Wetter einen Einfluss auf das Gesamtergebnis hatten.

Nach einem schwierigen Auftakt im ersten freien Training meldeten sich DS PENSKE und Maximilian am Samstag eindrucksvoll zurück und fanden im zweiten Freien Training einen starken Rhythmus. Dieses Tempo nahm Maximilian mit ins Qualifying, wo er die Duellphase erreichte und den Einzug ins Finale nur knapp verpasste. Startplatz vier brachte ihn in eine hervorragende Ausgangsposition, um die Strategie für das Pit-Boost-Rennen optimal umzusetzen.

Der Rennbeginn verlief vielversprechend. Maximilian kämpfte an der Spitze mit und blieb im Rennen um eine Top-Platzierung. Der Zeitpunkt des obligatorischen Pit Boosts kostete ihn jedoch zahlreiche Positionen, sodass er sich deutlich weiter hinten im Feld wiederfand und sich mühsam nach vorne kämpfen musste. Trotz einer starken Aufholjagd spielte die Strategie nicht zu seinen Gunsten. Am Ende sicherte er sich mit Platz neun dennoch wichtige Meisterschaftspunkte und blickte optimistisch auf das Rennen am Sonntag.

Am Sonntag sorgte Regen erneut für schwierige Bedingungen und mischte das Feld kräftig durcheinander. Trotz eines starken Tempos zu Beginn des Qualifyings fehlte Maximilian am Ende nur eine Zehntelsekunde, um sich für die Duellphase zu qualifizieren. Ohne Pit Boost drehte sich im zweiten Rennen alles um den richtigen Zeitpunkt für den Einsatz der beiden Attack Modes.

Das Feld teilte sich strategisch auf: Die einen aktivierten ihre Attack Modes früh, während andere zunächst Energie sparten und später angreifen wollten. Maximilian entschied sich für Letzteres, verwaltete seine Energie hervorragend und bereitete sich darauf vor, die vor ihm fahrenden Konkurrenten mit seinen Attack Modes zu überholen. Mit dem ersten Attack Mode machte er bereits einige Positionen gut und brachte sich in Schlagdistanz zu den Punkterängen.

Eine späte Full-Course-Yellow-Phase machte diesen Plan jedoch zunichte. Die Fahrer vor ihm, die bis dahin Energie gespart hatten, profitierten von der Neutralisierung und mussten weniger Energie verwalten. Maximilian sammelte zwar erneut Punkte, blieb am Ende aber hinter dem Ergebnis zurück, das mit seiner Strategie möglich gewesen wäre.

Insgesamt war es dennoch ein starkes Wochenende für Maximilian und das Team, das die Leistungsfähigkeit des DS PENSKE unter unterschiedlichsten Wetterbedingungen eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Als Nächstes reist die FIA Formula E nach Tokio, wo das nächste Double-Header-Wochenende ansteht. Maximilian hofft darauf, dass das Momentum dann auf seiner Seite liegt, um das Potenzial des DS PENSKE-Pakets voll auszuschöpfen und die letzten Saisonrennen erfolgreich abzuschließen.

ERGEBNISSE

Freies Training 1 – P19 (1:11,124)

Freies Training 2 – P5 (1:09,147)

Qualifying – P4 (Duelle, Halbfinale, 1:09,188)

Rennen – P9

Freies Training 3 – P7 (1:18,078)

Qualifying – P11 (Gruppe A, P6, 1:17,418)

Rennen – P10

Meisterschaftsstand: P18 (21 Punkte)

MAXIMILIAN GÜNTHER

„Es war ein wirklich positives Wochenende, auch wenn wir am Ende nur wenige Punkte mitnehmen konnten. Ich habe mich das gesamte Wochenende über sehr wohl im Auto gefühlt und bin überzeugt, dass mit etwas mehr Glück und Momentum deutlich mehr möglich gewesen wäre. Natürlich ist es immer etwas enttäuschend, wenn man nicht das Maximum herausholt, aber insgesamt bin ich mit dem Verlauf des Wochenendes zufrieden.

Bereits im zweiten Freien Training haben wir einen großen Schritt nach vorne gemacht. Ich hatte sofort ein gutes Gefühl im Auto und wir konnten das Fahrzeug für das Qualifying noch einmal weiter verbessern. In der Gruppenphase haben wir das Maximum aus unserem Paket herausgeholt. Das Qualifying war stark und der Start aus der zweiten Reihe war eine hervorragende Ausgangsposition.

Auch das Rennen verlief über weite Strecken sehr positiv. Schon vom Start an gab es viele intensive und faire Zweikämpfe, und wir haben unsere Aufgabe sehr gut erledigt. Ich konnte meine Position gegen starke Konkurrenten behaupten und gleichzeitig die Energie gut managen. Damit brachten wir uns in eine ausgezeichnete Ausgangslage für das Pit-Boost-Fenster. Selbst als der Regen einsetzte, fühlte ich mich im Auto sehr wohl und hatte ein gutes Tempo.

Letztlich war jedoch das Pit-Boost-Fenster entscheidend für unser Rennen. Dort haben wir viele Positionen verloren und lagen danach nur noch auf Platz zwölf. Genau das müssen wir nun analysieren und verstehen, warum wir dort so viele Plätze eingebüßt haben.

Am Sonntag fühlte ich mich auch bei den nassen Bedingungen wieder sehr wohl im Auto. Sowohl im dritten Freien Training als auch im Qualifying hatten wir das Tempo für die Top Drei. Das war allerdings nicht immer leicht zu erkennen, weil alle Teams unterschiedliche Reifenstrategien ausprobierten. Zu Beginn des Qualifyings lag ich auf den ersten beiden Plätzen, doch als die Strecke abtrocknete, verloren wir im Vergleich zur Konkurrenz an Performance. Die Entscheidung, vor dem Qualifying auf ein komplettes Regenreifen-Setup zu setzen, verhinderte letztlich den Einzug in die Duelle. Das Wetter war ein Glücksspiel – eine klassische 50:50-Entscheidung. Als dann die Sonne herauskam, waren wir leider mit dem falschen Setup unterwegs. Trotzdem fühlte ich mich weiterhin schnell und hatte großes Vertrauen ins Auto.

Im Rennen fehlte uns zu Beginn überraschenderweise etwas Pace, obwohl die Strecke noch nass war. Mit zunehmender Trockenheit wurde unser Auto jedoch immer stärker. Deshalb sparten wir beide Attack Modes bis zum Rennende auf. Das war für uns die richtige Strategie: Geduldig bleiben, Energie sparen und zum Schluss angreifen. Unser Plan war klar darauf ausgelegt, in der Schlussphase entscheidend nach vorne zu fahren.

Leider kam kurz vor Schluss die Full-Course-Yellow-Phase, wodurch ich einen Teil meiner Attack Mode-Zeit verlor. Ohne diese Neutralisierung hätten wir sicher noch einige Positionen gewinnen können.

Am Ende konnten wir in beiden Rennen Punkte sammeln und auf ein insgesamt gutes, solides und positives Wochenende zurückblicken. Wir haben gezeigt, dass wir unter allen Bedingungen schnell sein können. Das Momentum war diesmal nicht immer auf unserer Seite – aber genau das gehört zum Motorsport dazu.

Tokio ist eine fantastische Stadt, die ich sehr mag. Ich verbinde viele schöne Erinnerungen mit dieser Strecke und freue mich besonders darauf, dass dort in diesem Jahr unter Flutlicht gefahren wird. Das wird ein großartiges Spektakel. Unser Ziel ist es, die Saison mit starken Ergebnissen abzuschließen, und ich habe ein sehr gutes Gefühl für die kommenden Rennen. Ab jetzt werden wir bis zum Saisonfinale in jeder Session und in jedem Rennen alles geben.“